Interview mit Kristina

"Ich trage mit meiner Arbeit im Krankenhaus dazu bei, den Patienten das Gefühl zu geben, dass immer jemand für sie da ist."

Kristina, 23 Jahre, Krankenschwester

Ich versuche ein guter Mensch zu sein. Das gelingt sicher nicht immer, aber mit der Zeit sicher öfter.

Gut zu sein bedeutet für mich, die Not anderer Menschen zu fühlen und zu sehen und zu helfen, soweit es in meiner Macht steht, ohne eine Gegenleistung zu fordern. Es bedeutet, die eigenen Belange nicht stets an erster Stelle zu bewerten, Unterschiede zu akzeptieren, Toleranz zu üben, vertrauenswürdig zu sein, ohne sich selbst zu verlieren

Bei mir spielt der Glauben eine sehr wichtige Rolle. Der Glaube gibt die Kraft auch dann wieder neu beginnen zu können, wenn die eigene Motivation nachlässt. Der Glaube ist für mich die Basis und gibt mir Orientierung.

Ich helfe gerne und für andere da zu sein, ist mir ein großes Anliegen. Ich möchte dazu beitragen, die Welt gerechter und erträglicher zu gestalten und Hoffnung zu geben. Das kann ich im Deutschen Roten Kreuz und auch in meinem Beruf als Krankenschwester tun.

In einer Gemeinschaft zu leben und Interessen zu teilen ist sehr schön. Alleine wäre man nicht in der Lage vielen Menschen zu helfen oder größere Projekte umzusetzen. Gemeinschaft gibt Halt auch in schwierigen Situationen. Man kann sich austauschen, gegenseitig helfen, motivieren und zusammen Spaß haben.

Der dankbare Blick, die kurze Umarmung eines Flüchtlings, dem ich in einer Erstaufnahmeeinrichtung helfen konnte, ist mir in Erinnerung geblieben. Es war ein „Danke“ ohne Worte, aber sehr intensiv.

Natürlich ist es einfacher, netten Menschen zu helfen, als unsympathischen Mitmenschen. Die eigenen Emotionen zu kontrollieren, sich selber zu motivieren oder trotz der allgemein Meinung anderer hilfsbereit zu sein, stellt schon eine Herausforderung dar.

Ich versuche diese Menschen davon zu überzeugen, dass Helfen notwendig ist und auch Spaß macht. Denn diese Menschen haben nicht begriffen, dass man allein durch das Helfen die Welt ein klein wenig besser machen kann. Es tut mir Leid, dass viele so denken.

Teile diese Seite