Interview mit Sebastian

"Ich zeige Kindern jeden Tag, dass man zusammen viel stärker ist als alleine."

Sebastian, 34 Jahre, Kinderpfleger

Ich finde es schwierig, von sich selbst zu behaupten, man ist gut, aber da ich diese Rückmeldung relativ oft suggeriert bekomme, würde ich sagen:ja. Ich versuche stets bewusst und konsequent zu handeln - mit jeweilig guter Intention als Ausgangspunkt.

Gut ist der, welcher im Rahmen seiner Möglichkeiten gut handelt / Gutes tut. Oftmals sind die, welche von sich selbst behaupten, sie sind gut, nicht die Guten. Ich denke, das ist wie mit dem lieben Geld, entweder man hat es oder man redet darüber…

Der Glaube an mich selbst, inklusive den Normen, Wertvorstellungen, etc. welche ich in mir trage.

Ich behandle jeden Menschen erst einmal so, wie ich selbst behandelt werden möchte; mit Achtung und Respekt, egal welche Herkunft, Hautfarbe, Gesellschaftsschicht, etc.

Eine Gemeinschaft spielt für mich immer eine Rolle, da man in einer Gruppe grundsätzlich mehr erreichen kann / andere Möglichkeiten hat. Alleine ist man vielleicht stark, aber zusammen ist man immer stärker!

Als mir die Mutter eines der zu betreuenden Kids erzählte, dass Ihr Sohn sich in den Ferien beide Arme mit Kugelschreiber bemalt hat und sagte, er ist nun ich. Damit die Kunstwerke auf den Armen erhalten bleiben, hat er sich knapp eine Woche nicht waschen lassen.

In der Tat. Und zwar, wenn diejenigen, denen man helfen will, keine Hilfe annehmen möchten oder absolut keinen Respekt / keine Wertschätzung entgegenbringen.

Menschen sind nicht naiv, nur weil sie unvoreingenommen / ohne Vorurteile in zwischenmenschliche Interaktion treten.

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